Mittwoch, 8. Oktober 2014

[Rezension] Filippo und die Weisheit der Schafe von Paola Mastrocola

ISBN 978-3-570-58540-5
Filippo und die Weisheit der Schafe
von Paola Mastrocola

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Vorwort
Mich hat das Buch vom ersten Moment an neugierig gemacht, den so ziemlich jeder wird die mal mehr, mal weniger leisen Zweifel kennen, die als Jugendliche oder jungen Erwachsene manchmal über uns kommen. 

Meine Zusammenfassung
Filippo ist sein ganzes Leben lang ein Mustersohn. Bis er irgendwann merkt, dass man ihm die Zeit mit Dingen stiehlt, die ihm persönlich garnicht wichtig sind. Fest entschlossen in Zukunft sein eigenes Leben zu leben, denkt er sich eine ausgefeilte Täuschung aus.

Meine Rezension
Der Anfang. Auch in diesem Buch beginnt die Autorin fast am Ende und erklärt dann nach und nach wie es dazu kam. Das scheint in letzter Zeit echt modern zu sein. 

Es beginnt damit, dass Filippo - wie oben schon erwähnt ein Mustersohn - zu einer wichtigen Vorstellung gemeinsamer, politischer Theorien nahezu 200 Schafe mitbringt und diese kommentarlos warten lässt, während er vor Publikum spricht. Der Leser bekommt zunächst keine Erklärung für ein derart seltsames Verhalten und deshalb selbstverständlich Filippos erstaunte Zuhörer auch nicht. So endet der Prolog für den Leser erstmal mit einem großen Fragezeichen auf der Strin.

Die Personen. Obwohl Filippo der Protagonist des Buches ist, tritt er danach erstmal ewig nicht in Erscheinung und rund zweidrittel des Buches hört man nur von anderen etwas über seinen Charakter und sein Leben. 
Schnell wird klar, dass er zwar der Protagonist ist, die Autorin aber ein viel allgemeineres Bild zu vermitteln versucht. Nämlich das einer hochgestellten Familie, in der für simplen Durchschnitt und eigenwillige Wünsche kein Platz ist.
Um dies zu vermitteln erfährt man von vielen Personen - größtenteils innerhalb dieser Familie - unter anderem die Vergangenheit, den Charakter und die Wünsche.

Die Perspektive. Um dieses allgemeine Bild besser verdeutlichen zu können, hat die Autorin wohl auch die Perspektive des allwissenden Beobachters gewählt. Aus dieser kann sie dem Leser nicht nur die Beweggründe, die Gefühle und Überzeugungen erklären, sondern auch ihre Vergangenheit zeigen, sowie die Auswirkungen von Taten auf die Zukunft verdeutlichen. Eine Perspektive die nicht für jeden Roman geeignet ist, da sie den meisten mit zuviel Informationen die Spannung nehmen würde. 

Der Spannungsbogen. Irgendwie seltsam, zu behaupten, dass die Perspektive für diesen Roman gut ist, den Spannung und Nervenkitzel sucht man in diesem Buch wirklich vergeblich! Doch scheinbar soll es in erster Linie den Einfluss von Eltern auf das Leben ihrer Kinder zeigen - und dazu war die Perspektive genau richtig.

Der Inhalt. Nach Filippos Aktion mit den Schafen bekommen seine Eltern Wind davon, dass er nicht tut was er tun sollte und versuchen ihn auf jede erdenkliche Art zu erreichen und zur Rede zu stellen. Dabei erfahren sie ganz allmählich Dinge von ihrem Sohn auf die sie nie gekommen wären.

Der Schwerpunkt. Mit den letzten beiden Absätzen ist auch dieser Punkt nahezu abgehakt. Hinzufügen möchte ich nur, dass es in diesem Buch um eine auf den ersten Blick - und wohlgemerkt NUR auf den ersten Blick - einfache Frage geht: 
Was will ich von meinem Leben?

Das Ende. Das Ende war meiner Meinung nach zu schnell abgehakt. Nach Filippos langem Weg das Ende nicht zu *zeigen* fand ich ziemlich unschön und das im Epilog bis weit in die Zukunft das Leben der Familie zusammengefasst wurde, glich das nur bedingt aus.

Mein Fazit
Ein Buch was mich vom Inhalt her fesselte, leider aber für die Seitenzahl und den Satzbau ungewohnt langatmig daherkommt. 



Freitag, 5. September 2014

[Rezension] Das Lied des Blutes von Anthony Ryan

ISBN 978-3-608-93925-5
Das Lied des Blutes
   Bd. 1 der Rabenschatten-Trilogie
von Anthony Ryan

www.hobbitpresse.de
#lieddesblutes

Meine Zusammenfassung
Der etwa 30jährige Vaelin wird von dem kaiserlichen Gerichtsschreiber Vernier zu einem Ort gebracht, wo der sichere Tod auf ihn zu warten scheint. Unterwegs erzählt er die Geschichte wie er von seinem Vater getrennt und zum Krieger ausgebildet wird. Und wie er - gemeinsam mit seinen neuen Brüdern - nur allzu oft für etwas kämpfen muss, das den Kampf gar nicht wert zu sein scheint.

Meine Rezension
Der Anfang. Das Buch beginnt als dem kaiserlichen Gerichtsschreiber Lord Vernier der Gefangene, unter dem Namen Hoffnungstöter bekannte Lord Vaelin übergeben wird. Er soll ihn zu einem Ort geleiten, an dem der sichere Tod in Form des stärksten Schwertkämpfers des Kaiserreichs auf ihn wartet.

Bereits am Anfang weckt das Buch im Leser eine unglaubliche, anhaltende Neugier in Form vieler unbeantworteter Fragen. Wieso sind die Menschen so freundlich zum Verurteilten? Wieso hat er so viele Freiheiten? Warum ist er so gelassen? Und - nicht zuletzt - Was tat er um dieses Schicksal zu verdienen?

Der Spannungsbogen. Das der Anfang spannend ist, muss ich wohl nicht mehr erwähnen. Er hat einfach alles was nötig ist: Einen interessanten Charakter, eine packende Situation und viele, viele Fragen. 
Während des Mittelteils jedoch glänzte die Geschichte eher durch eine hervorragend ausgearbeitete, lebendig-geschriebene Story mit detailreicher Umgebung, guter Recherche und so manchem humorvollem Spruch auch in eher kritischen Situationen. Die Spannung blieb etwas auf der Strecke.
Das Ende war, wie man schon zu Beginn sehen kann, wieder richtig packend - jedoch leider auch etwas arg kompliziert und wirkt im großen und ganzen eher unfertig. 

Ein weiterer Punkt der sicher auch dazu beigetragen hat, dass die Geschichte nicht langweilig wurde, ist, das zukünftige Ereignisse - wenn überhaupt - nur diskret angedeutet wurden. Obwohl man weiß, wo Vaelins Bericht einen hinführen wird, ist der Weg dorthin keineswegs offensichtlich.

Der Inhalt. Das Geschehen in diesem Buch kann einem ganz schön zu denken geben. Was ist richtig und was falsch? Was kann man mit seinem Gewissen vereinbaren und wie sollte man wann reagieren?
Auch die Vor- und Nachteile die es mit sich bringt an bestimmten Orten aufzuwachsen wurden deutlich und man konnte kurz sogar merken, welchen Aspekten des Lebens man sich damit ganz verschließt. (Spoilerbereich) 
Damit will ich wohl sagen, dass dieses Buch vieles ist, aber keine leichte Lektüre.  

Der Schwerpunkt. Dieser Punkt ist wohl der, der mich am meisten ins Grübeln brachte, und das schon seit ich das Buch anfing. Der Grund ist, dass, obwohl die Geschichte wegen der Frage ,,Was hatte der König vor?" beginnt, eigentlich etwas ganz anderes im Fokus steht. ,,Wie wurde Vaelin zu dem, der er ist?"

Anders als die erste Frage wurde letzteres zwar ausführlich beantwortet, doch wieso Vaelin es ihm erzählte bleibt mir ein Rätsel. Selbstverständlich war es interessant - mehr als bloß lesenswert - doch das wäre es ebenso chronologisch in der Gegenwart und ohne Vernier gewesen. 

Die Personen. Angefangen beim Protagonisten, welcher zu meiner Überraschung nicht der Ich-Erzähler ist, tauchen in diesem Buch sehr viele Charaktere auf. 
Bis auf wenige Ausnahmen lässt das Buch etwas Gefühl vermissen und so zeichnen sich die Personen durch andere Dinge (beispielsweise Fähigkeiten, Status und Eigenarten) aus.
Eines haben sie alle jedoch gemein: Keiner ist überflüssig.

Ein dicker Pluspunkt für die Geschichte ist, dass man - falls man mal vergisst wer wer ist - es einfach hinten im Buch nachlesen kann.

Die Perspektive. Die Story wird in gleich zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Einmal natürlich - zu Beginn eines jeden Buchteils - die Perspektive des Ich-Erzählers, in der Vernier und Vaelin gemeinsam in der Gegenwart sind. 
Die Zweite, ist die Perspektive des allwissenden (aber glücklicherweise kaum spoilernden) Beobachters. Da es während dieser Kapitel so wirkt, als würde Vernier schweigend zuhören, fallen dem Leser die feinen Unterschiede zwischen den Perspektiven fast nicht auf. (Spoilerbereich)

Das Ende. Wie oben bereits geschrieben war der Schluss des Buches zwar total spannend, hatte aber dennoch kleine *Macken*.
Ich fand unter anderem schade, dass das Ende so kompliziert war, dass der Protagonist es erst erklären musste, bevor der Leser alles *sah*. Das das Übernatürliche eher unbestimmt durch die Geschichte streift, fand ich zunächst erfrischend, doch auch dieser Punkt hinterließ zum Schluss Fragezeichen bei mir und die Sache mit dem Erzähl-Grund hatte ich ja schon erwähnt...

Mein Fazit
Eine wirklich schöne Geschichte - mit kleinen Schönheitsfehlern.

SPOILER
Zum Thema Inhalt:
Am besten sieht man die Kontraste zweier Leben wohl bei Vaelins Besuch im 5. Orden. Da treffen ein hartes, gefährliches Leben in einem fest zusammengeschweißten Team auf ein ruhigeres, vergleichsweise gefahrloses Leben, in dem man aber durchaus auch ein Einzelgänger sein kann. 

Zum Thema Perspektive:
Der wohl deutlichste Hinweis darauf, dass nicht Vernier der Beobachter bzw Zuhörer ist, ist dass der Leser während Vaelins Geschichte Dinge erfährt, die Vernier später nicht weiß.

Ein Spoiler des *Allwissenden*
Leider der einzige Punkt - an den ich mich erinnere - der Aufschluss über die kommenden Bücher gibt:
Vaelin erzählt Vernier die Mär vom Hexenbalg und merkt an, dass dieser evtl herausfinden kann, was von der Geschichte wahr ist. Jahre später bedauert Vernier, dass er nicht recherchierte.

Sonntag, 31. August 2014

[Neu im SuB] Das Lied des Blutes von Anthony Ryan

Mitte der Woche ist mal wieder ein neues Rezensionsexemplar in meinem Briefkasten gelandet. Was ich bisher über das Buch gelesen und gehört habe ist mehr als vielversprechend und nun freue ich mich schon sehr darauf mir ein eigenes Urteil zu bilden.


Das Lied des Blutes
Teil 1 der Rabenschatten-Trilogie

ISBN 978-3-608-93925-5

,,Bei meinem Volk war er nur unter einem Namen bekannt, und dieser hallte an jenem Morgen unablässig in meinem Kopf wider:
Hoffnungstöter. Bald wirst du sterben, und ich werde Zeuge sein, Hoffnungstöter."

www.hobbitpresse.de

[Manga] Kreidetage


Kreidetage
von Kozue Chiba
abgeschlossen in 4 Bänden

Zusammenfassung
Weil Shima sich zu gewöhnlich findet, wechselt sie auf die Kunstschule in Tokyo, um sich ihrer großen Leidenschaft, der Malerei zu widmen. Gleich am ersten Tag trift sie auf Akatsuki Saji, welcher trotz seiner 16 Jahre bereits als Malgenie gilt. 

Er ist ihr zu zickig und zu grob, sie ist ihm zu normal und doch...


Bewertung
Mit 4 Büchern ist diese Geschichte recht kurz. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Handlung schnell entwickelt. Trotzdem werde wichtige Wendepunkte deutlich hervorgehoben und es hat wesentlich mehr geschichtliche tiefe als Verrückt nach Erdbeere

Es gibt nur recht wenige Charaktere, doch das fällt nicht wirklich auf, da es ein typischer Mädchenmanga ist und der Fokus von Anfang an auf der Protagonistin Shima Ichinose (16) und dem Malgenie Akatsuki Saji (16) liegt. 

Die Personen unterscheiden sich sowohl im Charakter als auch im Aussehen deutlich voneinander und bis auf manche Sprechblasen wo man etwas überlegen musste, wer jetzt was sagt, war alles recht deutlich. 

Der Zeichenstil war fantastisch. Nicht so vollgestopft mit unnötig-vielen Umgebungsdetails und kleinen Kästchen mit Mini-Bildern. Statt dessen klare Linien, viel Arbeit mit Licht und ausdrucksstarke Augen.

Ein typischer, romantischer Mädchenmanga, trotzdem verkommt der Protagonist nicht zum unterwürfigen Weichei. Er behält seine zickigen Seiten bis zum Schluss und trotzdem ist eine deutliche Veränderung zu spüren. 

Im Klartext:
Ein wirklich schöner Manga. Genau richtig um mal auszuspannen und zu träumen. Aber wer etwas komplexeres möchte; mit Beweggründen, prägender Vergangenheit und falschen Spielchen - halt ausgeprägteren Inhalt - wird etwas zu kurz kommen.



Samstag, 30. August 2014

[Rezension] Gebieterin der Dunkelheit von Lara Adrian

ISBN 9783802588532
Gebieterin der Dunkelheit   
   Bd. 4 der Midnight Breed-Reihe
von Lara Adrian
eBook

Vorwort
Da mein Internet während des lesens von Band 2-4 dieser Reihe gesponnen hat, muss ich nun auf meine Notizen zurückgreifen. Da diese recht überschaubar sind und die Bücher sich in einigen Punkten sehr ähneln, werden die Posts etwas kürzer als üblich ausfallen. Sorry.

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Meine Zusammenfassung
Nach dem Verrat seiner Gefährtin ist Rio unkontrollierbar geworden. Er krieg grundlos Wutanfälle, Panikattacken und sogar Black Outs. Als er den Auftrag bekommt die Höhle des Alten zu sprengen, beschließt er, dass er selbst dann darin wäre. Doch eine junge Journalistin, welche kurz zuvor den Inhalt der Höhle zu Gesicht bekommt, zerstört seine Pläne. Rio bleibt nichts anderes übrig als ihr zu folgen, den zu verhindern, dass ihr Bericht veröffentlicht wird, hat oberste Priorität.

Meine Rezension
Der Anfang. Wie oben bereits zu lesen ist, beginnt der Anfang auch dieses Mal wieder sehr spannend. Obwohl wohl niemand glaubt, dass Rio sich wirklich sprengt - dann wäre das Buch ja auch etwas sehr kurz, oder? - ist es doch interessant zu lesen wie er gefunden wird, warum er ihr folgen muss und mit welchen Problemen er zu kämpfen hat. Wie auch in den vorigen Büchern wird die weitere Geschichte bereits zu dem Zeitpunkt deutlich eingeleitet. Sehr beeindruckend.

Die Personen. Neben ,den üblichen Verdächtigen´ treten dieses Mal noch einige weitere Personen auf. Die Mutter der Protagonistin, deren Schwarm und Freundinnen. Trotz der - im Vergleich zu vorigen Büchern - großen Personenanzahl, bleibt es doch leicht verständlich und da sie ein wichtiger Teil des Buches sind, verkommen sie nicht zu bloßen Lückenfüllern.

Der Schwerpunkt. Ich denke der Fokus des Buches lag auf Rios Verfassung. Sowohl körperlich als auch und insbesondere geistig ist er noch immer vom Verrat seiner ehemaligen Gefährtin Eva angeschlagen und dies lässt ihn vielen Dingen gegenüber anders empfingen und anders reagieren als normal.
Dieser Einblick hat mich wirklich fasziniert, doch in Verbindung mit seiner sich entwickelnden Beziehung zu Dylan fand ich es doch etwas unglaubwürdig. (Bei Interesse: Spoilerbereich)

Der Spannungsbogen. Geschmäcker sind unterschiedlich und ebenso gehen wohl auch die Meinungen darüber, welches Kapitel jetzt spannender war als die anderen, auseinander. Doch was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass der rote Faden dermaßen einleuchtend und die Übergänge so nahtlos waren, dass mich alles interessierte und Langeweile nicht aufkam.

Das Ende. Auch diesmal sieht man wieder, dass die Autorin nicht blind drauf los schreibt, sondern dass Ende schon zu Beginn fest im Blick hat und eisern daraufhin arbeitet. Mir gefiel das Ende wirklich gut. Es war spannend, hatte in mehreren Punkten einen klaren Abschluss und zeigt trotzdem, dass in Buch 5 so einiges passieren kann.

Die LiebeDieser Punkt ist etwas schwierig zu beschreiben. Ich fand die Kapitel, in denen die Entwicklung der Beziehung der beiden beschrieben wurde, sehr schön. Sowohl der Unterschied zwischen Eva und Dylan als auch die innerliche Entwicklung Rios wurden gut beschrieben. Doch andererseits fand ich es etwas schade, wie wenig Zeit die Autorin seit dem Verrat seiner ersten Gefährtin verstreichen ließ. Dadurch wirkt es ein bisschen so, als ersetze Rio eine Gefährtin einfach durch eine andere.

Mein Fazit
Wer sich für psychische Störungen und die Macht des Geistes interessiert, wird begeistert sein. Doch auch für alle anderen ist es eindeutig empfehlenswert!


SPOILER
Zum Thema Schwerpunkt:
Was ich mit etwas unglaubwürdig meine ist, wie schnell er nach einem solchen emotionalen Schock; solchen körperlichen Wunden und geistigen Störungen Vertrauen zu Dylan fasst und zu einem Neubeginn bereit ist.

Was man in dem Buch über zukünftige Protagonisten erfuhr:
  • Nikolai: Er und Rio sind beste Freunde. Er half ihm während Rios Genesungsphase Blut aufzutreiben, machte ihm Mut und zwang ihn wieder hinaus zu gehen. Als er erfährt, dass Rio sich umbringen wollte, rast er vor Wut.

Freitag, 29. August 2014

[Rezension] Geschöpf der Finsternis von Lara Adrian

ISBN 9783802588525
Geschöpf der Finsternis     
   Bd. 3 der Midnight Breed-Reihe
von Lara Adrian
eBook

Vorwort
Da mein Internet während des lesens von Band 2-4 dieser Reihe gesponnen hat, muss ich nun auf meine Notizen zurückgreifen. Da diese recht überschaubar sind und die Bücher sich in einigen Punkten sehr ähneln, werden die Posts etwas kürzer als üblich ausfallen. Sorry.

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Meine Zusammenfassung
Seit Tegan vor 500 Jahren seine Gefährtin Sorcha unter schrecklichen Umständen verlor, hat er sich jede Art von Gefühlen eisern abtrainiert. Elise, welche vor kurzer Zeit ein ähnliches Schicksal ereilte, sinnt trotz ihres schwachen, menschlichen Körpers auf Rache. Um diese zu bekommen schließt sie mit Tegan eine rein pragmatische Blutsbindung, um an seiner Kraft teilzuhaben. Eine pragmatische Blutsbindung ist fast schon ein Sakrileg in einer Welt in der diese als heilig angesehen wird und liebenden vorbehalten ist. Während sie gemeinsam ihrem Feind auf der Spur sind, lernen sie sich ungewollt näher kennen und müssen schon bald einsehen, dass mehr Gefühle im Spiel sind als sie sich eingestehen wollen.

Meine Rezension
Der Anfang. Dieses Buch beginnt vier Monate nach dem letzten und knüpft an die Ereignisse des Vorgängers mit neuen Protagonisten nahtlos an. 
Bereits mit dem ersten Kapitel wird der veränderte Charakter und das ungewöhnliche Verhalten von Elise deutlich hervorgehoben und mit letzterem sofort eine neue Geschichte spannend eingeleitet.

Die Perspektive. Kaum noch erwähnenswert ist, dass die Perspektive auch diesmal die des Beobachters ist. Über die Zukunft der Welt, in der die Bücher spielen, verrät er nichts. Und dass was man von Elise und Tegan erfährt, lässt das Buch zwar etwas offensichtlich enden, doch deshalb ist die Geschichte nicht weniger schön zu lesen.

Die Personen. Es waren eindeutig mehr Personen als in den vorigen Büchern, welche in diesem auftauchten und sogar teilweise - wenn auch nur mit kleinen Dingen - wichtige Rollen spielten. Dementsprechend war die Geschichte auch komplexer.

Der Schwerpunkt. Während die Protagonisten sich kennen lernen und ihre Abenteuer erleben ist klar, dass auch ihre Welt Veränderungen vollzieht. Doch während es in den bisherigen Büchern eher Kleinigkeiten waren die die Geschichte untermauerten, war auch dieser Punkt in der Geschichte mehr als aktiv. 

Der Spannungsbogen. Die Geschichte war eigentlich die ganze Zeit über spannend. Das lag wohl daran, dass die Charaktere nicht durch irgendeinen Zufall irgendwann etwas erlebten, sondern es vom ersten Moment an provozierten, kämpfen wollten und sich an der Geschichte entlang-hangelten. Doch der Anfang und das Ende waren noch einmal ein ganzes Stück spannender als der Rest.

Das Ende. Nicht nur, dass das Ende deutlich den Unterschied zwischen Tegans verstorbener Gefährtin Sorcha und Elisa zeigt und Tegans eigene, innerliche Veränderung zeigt, es macht auch deutlich mit was für eine Katastrophe die Krieger in kommenden Büchern rechnen müssen.

Die Liebe. Ausgezeichnet wird verdeutlicht, wie sie sich - zeitweise - durch die Schutzschichten von Wut und Gefühlslosigkeit hindurch lesen können. Obwohl es recht offensichtlich ist, (ähnliche übernatürliche Fähigkeiten, ähnliche Vergangenheit, dazu noch die Perspektive in der die Geschichte geschrieben ist...) ist die Entwicklung der Beziehung doch schön zu lesen. 

Mein Fazit
Die charakterliche Veränderung von Elise; die wenigen, kleinen - und gerade deshalb wohl umso kostbareren - Nettigkeiten Tegans und eine Geschichte in der auch das ,große Ganze´ ein schönes Stück weiterging, lassen das Buch aus der Reihe hervorstechen! Für mich bisher eindeutig das beste Buch der Reihe. 



SPOILER
Was man in dem Buch über zukünftige Protagonisten erfuhr:
  • Rio: Er ist nach dem Hinterhalt endlich wieder in der Lage das Krankenbett zu verlassen. Doch er hat Wutanfälle, Panikattacken und Black Outs. 
  • Chase: Er tritt dem Orden bei und wird ab sofort mit den anderen gemeinsam gegen Rogues und Lakaien kämpfen. Elise sagte ihm, dass sie ihn nicht liebt.
Was ansonsten wichtig ist zum "reinlesen" bevor man nach dem nächsten Band greift:
  • Die Kämpfer des Ordens fanden eine Höhle in welcher einer der Alten scheinbar versteckt gehalten wurde. Doch dieser ist bereits fort als sie eintreffen. Man erfährt, dass dieser Alte schon seit rund 50 Jahren von seinem Neffen gefangen gehalten wird und gezwungen wird, sich fortzupflanzen um eine Armee von Gen-Eins für seinen Neffen zu produzieren.

[Rezension] Gefangene des Blutes von Lara Adrian

ISBN 9783802588518
Gefangene des Blutes   
   Bd. 2 der Midnight Breed-Reihe
von Lara Adrian
eBook

Vorwort
Da mein Internet während des lesens von Band 2-4 dieser Reihe gesponnen hat, muss ich nun auf meine Notizen zurückgreifen. Da diese recht überschaubar sind und die Bücher sich in einigen Punkten sehr ähneln, werden die Posts etwas kürzer als üblich ausfallen. Sorry.

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Meine Zusammenfassung
Als Dante eines nachts auf Patrouille ist, gerät er in einen Hinterhalt und entkommt nur mit knapper Not und schwer verletzt. In einer Tierarztpraxis sucht er Schutz und nimmt grob das rettende Blut der Tierärztin Tess. Zu spät merkt er, dass sie eine Stammesgefährtin ist. Doch das soll nicht sein einziges Problem bleiben: Eine neue Droge ist in Umlauf und diese verwandelt Vampire super-schnell in Rogues. 

Meine Rezension
Der Anfang. Wie auch im ersten Buch beginnt auch dieses - nach kurzer Einleitung - sehr spannend und baut die Geschichte dann auf dem ersten Ereignis auf. Am Anfang wurde - als einzig wirklich negatives - die Erklärung so schnell und kurz runtergerasselt, dass ich nicht denke, dass Personen die dieses Buch zuerst oder nur lesen, es zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte verstanden hätten. Gut das alles im laufe des Buches erneut grob eingefügt wird. 

Die
Perspektive. Wie vermutlich bei der ganzen weiteren Midnight Breed-Reihe ist dieses Buch aus der Sicht des allwissenden, stillen Beobachters geschrieben. Wobei er sich mit Informationen zurückhält und dadurch auszeichnet, dass man die Gedanken und Gefühle der Personen erfährt. Anders als beim Vorgänger wurde zwar manches angedeutet, doch so diskret, dass es durchaus die ein oder andere Überraschung gab.

Die Personen. Auch in diesem Buch gab es nicht übermäßig viele Personen und bis auf die künftigen Protagonisten hatte jeder Charakter nicht nur seine feste Aufgabe, sondern auch sein letztendlich abschließendes Schicksal. 

Der Hintergrund. Ich fand es sehr angenehm, dass die Vergangenheit und der Charakter der Protagonisten von Buch 3 zwar angedeutet wurde, dieser jedoch nicht zuviel Platz in einem Buch beanspruchte, indem noch jemand anders die "Hauptrolle" hat.

Der Schwerpunkt. Ich muss sagen, dass der Fokus sehr vom - scheinbar von der Autorin beabsichtigten - Thema Drogen abkam und stattdessen zunehmend die sich entwickelnde Beziehung zwischen Tess und Dante in den Mittelpunkt rückte. 

Die Liebe. Die Art wie es zwischen Tess und Dante beginnt unterscheidet sich sehr vom vorigen Buch. Während die Protagonisten des ersten Buches alle Zeit der Welt und die freie Entscheidungung hatten, wurden Dante und Tess praktisch ins kalte Wasser geworfen und mussten dann sehen wie sie damit klar kamen.

Mein Fazit
Eine knappe Entscheidung, doch gerade der letzte Punkt meiner Rezension erzeugt vom ersten Moment an Spannung und so kann ich mich letztlich nur für die bessere Bewertung von 4 Sternen entscheiden.



SPOILER
Was man in dem Buch über zukünftige Protagonisten erfuhr...
  • Tegan: Seine spezielle Fähigkeit ist es Gefühle zu sehen.
  • Chase: Er ist verliebt in seine Schwägerin Elise. Am Ende des Buches blieb ihm keine andere Wahl als ihren zum Rogue mutierten Sohn Casden zu töten.
  • Elise: Sie kann negative, menschliche Gedanken hören. Sie trauert um ihren Gefährten, der vor 5 Jahren starb.
  • Rio: Er ist nach dem Verrat seiner verstorbenen Gefährtin misstrauisch und total verändert.

Donnerstag, 28. August 2014

[Rezension] Geliebte der Nacht von Lara Adrian

ISBN 9783802588501
Geliebte der Nacht
   Bd. 1 der Midnight Breed-Reihe
von Lara Adrian
eBook

Vorwort
Sollte es nicht eigentlich einfacher sein ein Buch zu rezensieren, dass ich bereits dreimal las? Nun, dass war es nicht.



Zusammenfassung
Als die erfolgreiche Fotografin Gabrielle bei einem Discobesuch beobachtet, wie eine Gruppe Männer jemanden brutal zusammenschlägt und aussaugt, will ihr niemand glauben. Nur Lucan, der gutaussehende Polizist, nimmt sie ernst. Immer mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen, doch ist er wirklich ein Polizist? Oder auch nur ein Mensch?

Rezension
Der Anfang. Innerhalb weniger Seiten kommt die Geschichte an einen Punkt, der sowohl spannend ist als auch alle weiteren Geschehnisse des Buches erst begründet. Das die Autorin nach Plan arbeitet wird somit bereits zu Beginn deutlich. 

Die Persprektive. Auch wenn ich sagen muss, dass es sehr interessant war die Geschichte in wechselnden Perspektiven zu lesen, glaube ich doch, dass hier eine Ich-Perspektive angebrachter gewesen wäre. Man hatte einen ZU guten Einblick in Intrigen und Missverständnisse und durch gehäufte, allzu offensichtliche Andeutungen war es zwar angenehm, flüssig und wie oben schon geschrieben auch interessant, aber der Ausgang der Geschichte doch recht offensichtlich und alles in allem etwas arm an Überraschungen.

Die Personen. In diesem Buch waren Personen eher rar. Ich persönlich habe eine Vorliebe dafür, den meist ist das gleichbedeutend mit einer klaren, unkomplizierten und den Fokus auf das wesentliche gerichteten Story. So war es auch hier. Weniger gefallen hat mir, das Gruppen nicht durch Taten und nacheinander sondern zugleich vorgestellt wurden. So war der Überblick trotz der begrenzten Anzahl zu Beginn schwer. 

Der Hintergrund. Ein weiterer Pluspunkt ist - für mich - dass man auch etwas über die Vergangenheit und den Charakter der Nebencharaktere erfährt. Gerade bei Reihen im recht neuen Romantasy-Genre, wo diese gut die Protagonisten der kommenden Bücher sein können, finde ich das sehr schön.

Die Buchlänge. Nach der Highlander-Reihe von Diana Gabaldon ist es wunderbar "kurze" und - zumindest aus persönlicher Sicht der Protagonisten - abgeschlossene Bücher zu lesen. Für meinen Geschmack war auch genau die richtige Menge an Inhalt für die Seitenanzahl. 

Die Liebe. Anders als viele Bücher dieses Genres, war dieses nicht (oft) schnulzig. Zwar gab es Situationen, die in diese Richtung gingen, doch diese waren dann meist auch nötig um die Beziehung zu entwickeln.

Mein Fazit
Ich kann nicht sagen, dass es schlecht war. Aber es hat mich auch nicht vom Hocker gerissen.



SPOILER
Was man in dem Buch über zukünftige Protagonisten erfuhr...
  • Tegan: Lucan tötete seine Gefährtin als diese zu einem Lakai wurde. 
  • Rio: Seine Gefährtin erträgt die chronische Gefahr in der er während der nächtlichen Kämpfe mit Rogues schwebt nicht und verrät zu seinem Schutz den Orden. Ein Mitstreiter stirbt deswegen und Rio wird schwer verletzt. Er verlässt sie, woraufhin sie sich umbringt. 

Begriffserklärungen zu Lara Adrians Buchreihe Midnight Breed

Gen-Eins
Vampire die aus der ersten Verbindung zwischen einem der acht Alten und einer menschlichen Stammesgefährtin hervorgegangen sind. Also die erste Generation von Vampiren.

Die Alten
Damit sind die acht Alienkrieger gemeint, welche vor langer Zeit durch eine Bruchlandung auf der Erde landeten. Ihr weit entwickeltes Verdauungssystem konnte die Nahrung der Erde nicht verarbeiten und so mussten sie auf menschliches Blut zurückgreifen.

Stammesgefährtin
Durch einen genetischen Defekt haben Vampire nur männliche Nachkommen. Deshalb sind sie zur Fortpflanzung auf menschliche Frauen angewiesen. Nur ganz besondere Frauen, so genannte Stammesgefährtinnen, sind dazu fähig. Man erkennt sie an einem besonderen Muttermal.

Dunkle Hafen
Diese sind ein Ort, an dem Vampire und Stammesgefährtinnen halbwegs sicher und als Gruppe zusammen leben können.

Rogue
Damit sind Vampire gemeint, welche mehr Blut als nötig zu sich nahmen und die dadurch in einen Zustand chronischen Durstes verfielen. Dieser dauert Ewig, macht sie unkontrollierbar und ohne jede Vernunft.

Lakai
Sie sind Menschen, denen ein mächtiger, alter Vampir fasst ihr ganzes Blut nahm. Sie sind ihm hörig und verlieren jeden freien Willen und jede Moral. 

Mittwoch, 30. Juli 2014

[Rezension] Ein Schatten von Verrat und Liebe von Diana Gabaldon

ISBN 9783641127688
Ein Schatten von Verrat und Liebe
   Bd. 8 der Highland Saga
von Diana Gabaldon
eBook

Vorwort

Ich habe - wie lange? 3 Jahre? - verdammt lange auf dieses Buch gewartet und bin total glücklich, dass ich es nun endlich lesen konnte!

Zusammenfassung

Jamie ist nicht tot, William weiß, dass er sein Vater ist, Claire ist mit Lord John verheiratet und Jamie ein weiteres Mal im Krieg. Das neue Buch beginnt mitten im alten Chaos und dieses, mitten in den Kriegswirren zu beseitigen und heile daraus hervor zu gehen, ist eine Herausforderung, der sich Jamie und Claire nur gemeinsam stellen können!

Rezension

Der Anfang gewährt durch Gespräche, Gedanken und Tätigkeiten einen Rückblick auf das bisher geschehene und setzt es nahtlos fort. Die Kapitel sind während dieser Zeit recht kurz, erreichen jedoch auch während der späteren Teile des Buches selten mehr als eine durchschnittliche Länge.

,,Ich bin ein Fisch...", murmelte Grey
glückselig und schloss die Augen.

Der Stilwechsel. Da ich keine spoilerfreie Möglichkeit sehe diesen Punkt zu beschreiben, er aber zu den spannendsten Aspekten des Buches gehört, ist er komplett im Spoiler-Bereich.

Der Vogel warf ihm einen
irgendwie altmodischen Blick zu.

Der Spannungsbogen. Im Gegensatz zum vorigen Band, kann ich diesmal nicht sagen, dass es irgendeinen Teil des Buches gab, der mich nicht interessierte.
Dennoch gab es deutliche Unterschiede in den verschiedenen Bereichen des Buches. Der Anfang, wie oben schon beschrieben eine Wiedereinführung in das Geschehen, war eher *nur* interessant. Der Mittelteil war durch verschiedene Aktionen, Ereignisse und Überraschungen teilweise fast unerträglich spannend, teilweise jedoch auch mit der einen oder anderen unnötigen Passage gespickt. Und das (recht ausführliche) Ende war zwar interessant und sehr schön, aber auch etwas vorhersehbar.

Jamie sah mich über Clarences Rücken hinweg
säuerlich an.
,,Kannst du den nicht erkennen, wenn ich seekrank bin, 
selbst wenn ich mich nicht übergebe?"
,,Na ja, doch", sagte ich geduldig, ,,aber du hast auch kein 
Fell, und du kannst sprechen. Du wirst grün, dir
bricht der Schweiß aus, und du liegst stöhnend herum und
flehst darum, dass man dich erschießt."

Die Personen. Der Grund für die oben erwähnte Vorhersehbarkeit des Endes, ist, dass der Großteil davon die offenen Fragen, die Sorgen, sowie die kleineren und größeren Probleme der Personen beendete und das Leben wieder in geordnete Bahnen lenkte. Und nach acht dicken Highland-Saga-Wälzern sind es eine ganze Menge Personen mit einigen Problemen geworden!

,,Ich verstehe." Der Drang zu lachen war wieder
da, doch er beherrschte sich tapfer.
,,Du warst also im Begriff, ihn im Haus zu erschießen, um
zu verhindern, dass er auf der Straße stirbt."

Der Schwerpunkt. Ich würde fast schon sagen, diese Abschlüsse - und nicht der Krieg - sind der Schwerpunkt dieses Buches, obwohl der Krieg die nötigen Ereignisse natürlich erst in die Wege leitete und den Verlauf des Lebens sowohl in diesem Buch als auch in den vorangegangenen bestimmte.


,,Da versuche ich nun, langsam vorzugehen und
sanft zu sein... und ehe ich mich´s versehe, quetscht du mir 
die Eier und steckst mir deine Finger
in den Arsch!"

Das Ende war sehr schön. Ein absolut gelungener Abschluss des Buches. Auch für die ganze Reihe wäre dies ein schönes Ende gewesen und mit einem lachenden und einem weinenden Auge dachte ich auch bis zum Schluss, dass sei es. Doch auch wenn alle großen Punkte abgeschlossen wurden und man daher (glücklicherweise!!!) nicht die drei bis vier Jahre auf glühenden Kohlen sitzen und auf die Fortsetzung warten muss, gibt es doch die ein oder andere Kleinigkeit, die offen bleibt und noch so manche unausgeschöpfte Möglichkeit. 

,,Ich habe andere geliebt, und ich liebe viele
Menschen, Sassenach - aber du allein hältst mein
ganzes Herz in deinen Händen"

Die Liebe. Wie immer beweist Jamie seine Liebe auch in diesem Buch eher durch Taten als durch Worte. Auch wenn sie auf jeden Fall da sind, sind diese schnulzspurhinterlassenden Passagen (*lach* nicht falsch verstehen, ich liebe diese Stellen mehr als alles andere in den Büchern) doch unleugbar etwas rarer gesäht als in beispielsweise Band 1 oder 3.

Fazit
Ich bin wirklich froh, dass dieses Buch ein richtiges Ende hat und nicht - wie sein Vorgänger - mittendrin aufhört. Ein weiteres Mal vier Jahre zu warten hätte mich wohl an den Rand des Wahnsinns getrieben!
Abgesehen davon... ein wirklich tolles Buch was nur aufgrund seiner etwas langgezogenen, vorhersehbaren Abschlüsse zum Ende hin keine 5 Sterne bekommt.




SPOILER

Zum Thema Personen:
 - Brianna, Roger, Jem und Mandy finden wieder zusammen und kehren zu Jamie und Claire zurück. 
- William (Jamies Sohn) bittet seinen Vater um Hilfe und spricht danach wenigstens wieder mit ihm. 
- Ians Angst ist unbegründet. Mit einer anderen Frau - Rachel - kann er problemlos Kinder bekommen. 
- William Buccleigh MacKenzie, welcher Rogers Vorfahre ist und ihn vor Jahren an den Galgen brachte - Stirbt, als Geillis mit ihm Schwanger wird.
- Henri-Christian, Marsalis jüngster Sohn, um den sie sich sorgten, da zwergwüchsige zu der Zeit selten gute, anständige Arbeit bekamen - Stirbt.
- Rollo (Ians treuer Wolfshund) stirbt im Schlaf; Adso (Claires Kater) und der weißen Sau geht es gut. 

Zum Thema Stilwechsel:

Okay, Achtung, riesiger Spoiler!!! Roger ist durch die Steine gegangen um Jem zu suchen, doch... Roger ist nicht in der Zeit rausgekommen in der Jamie und Claire gerade sind! Er kam zu einer Zeit raus BEVOR Jamie und Claire sich überhaupt kennen lernten, vor Culloden und allem was in den letzten sieben Büchern geschah. Zu einer Zeit als Jamie gerade ein junger Erwachsener war, in Paris studierte, mit einer Französin anbändelte, sein Vater Brian noch lebte und und und!!!

Am Ende des Buches wusste ich nicht, ob ich froh oder enttäuscht sein sollte über das, was in dieser Zeit geschah. Nämlich fast nichts. Zumindest nichts bedeutendes. So vieles hätte doch anders laufen können! Jamie und Claire nicht durch Culloden getrennt; Brian nicht gestorben... Aber dann entschied ich mich für das froh-sein, den jede noch so kleine Veränderung hätte vieles, evtl sogar alles was Jamie und Claire je erlebten ausgelöscht und durch etwas dem Leser unbekannten ersetzt. Vielleicht wären sich die zwei ja nicht einmal je begegnet! (Die, die vertraut sind mit Relativität - oder ihr Wissen wie ich durch Stargate und Eureka hart erworben haben :-D - wissen was ich meine.)


Zum Thema Ende:

Als ich noch dachte dies sei das letzte Buch der Reihe hab ich mir brennend gewünscht, dass Jamies auftauchen als Geist zu Beginn von *Feuer und Stein* erklärt wird. Es wäre auch cool gewesen, wenn er (durch was auch immer) fähig gewesen wäre in die Gegenwart zu gelangen.

Zum Thema Liebe:
Als Claire angeschossen wird, ist ihm alles andere egal. Das er - wenn er bei ihr bleibt und nicht weiter kämpft - als Verräter erschossen werden könnte, ebenso wie alles andere und nur Claire und ihr Leben zählt noch für ihn. 
Als er zu diesem Zeitpunkt bei ihr bleibt, in blinder Wut mit ihrem Blut einem Soldaten eine Botschaft auf den Rücken schreibt... Eine der schönsten Teile des Buches!

Montag, 21. Juli 2014

[Manga] Defense Devil

ISBN 978-3-551-79471-0
Defense Devil
in 10 Bänden abgeschlossen
Story: Youn In-Wan
Art: Yang Kyung-Il

Zusammenfassung
Kucabara ist der stärkste Prinz der Dämonenwelt. Auf hinterhältige Weise wurde er - wegen seines guten Charakters - in die Zwischenwelt verbannt. Dort übernimmt er den Job eines Defense Devil - eines Anwalts für all jene, bei denen nach ihrem Tod nicht sicher ist, ob sie in den Himmel oder in die Hölle gehören...

Bewertung
Zunächst erschien mir diese Reihe als eine Fall-Sammlung und ich dachte: ,,Kennst du einen, kennst du alle." Doch bereits beim zweiten der zehn Bücher beginnt sich eine fallübergreifende Hauptgeschichte abzuzeichnen, neue Charaktere kommen dazu und alles wird wesentlich komplexer.

Der Charakter des Protagonisten Kucabara ist schwer zu durchschauen. Manchmal wirkt er so ernst und nachdenklich, dann wieder eher tollpatschig, offen und so gutgläubig, dass es schon an Dummheit grenzt. Ich glaube dieser Kontrast - der auch mit extremen Unterschieden in den Zeichnungen von ihm einhergeht - ist es, der den Manga so interessant, ungewöhnlich und lustig macht. 

Auch bei einer anderen Person der Geschichte - Elimona - kann ich sagen, dass das Äußere oft stark variiert. Häufig ist sie nur durch den Kontext oder eine erneute Vorstellung zu erkennen. Generell finde ich die Zeichnungen nur mittelmäßig und nach anfänglichen Lachern die gehäuften, stark pornografischen Stellen sogar sehr nervig, doch das nicht festgefahrene Äußere der beiden (Kucabara und Elimona) ist etwas, was ich toll finde, da ich es in Mangas bisher so nicht kannte. 

Im Klartext: Eine schöne, ungewöhnliche - wenn auch wenig ausgereifte - Geschichte mit mittelmäßigen Zeichnungen und ein paar arg zurecht-gebogenen Stellen.


Sonntag, 6. Juli 2014

[Manga] Verrückt nach Erdbeere

Verrückt nach Erdbeere
von Kayoru
ISBN 978-3-8420-0995-0

Vorwort
Koko wa kono manga no owari dayo...

Und damit enden meine spärlichen Japanisch-Kenntnisse auch schon. Dennoch bin ich der Meinung, es ist mal wieder Zeit für etwas leichtere Lektüre. Und so könnt ihr euch bis zum erscheinen von Ein Schatten von Verrat und Liebe neben dieser Mangavorstellung auch auf Kreidetage und Defense Devil freuen.

Nach kurzem zögern, habe ich mich dazu entschlossen zuerst den Oneshot zu lesen. Dieser wurde bei seinem Erscheinungstermin schon so sehnsüchtig erwartet, dass es doch tatsächlich einer der wenigen Mangas ist, auf den ich warten musste - wenn auch nicht allzu lange. 

Zusammenfassung
Die 16 Jahre alte Ichigo bekommt zu ihrem Geburtstag einen Laden geschenkt und kann sich dadurch ihren großen Traum - ein eigenes Modegeschäft - erfüllen. Dabei helfen ihr sowohl der Schulrowdy Kengo als auch ihr einziger Kunde CAT. 

Bewertung
Mich hätte vermutlich bereits der Verlag abschrecken sollen, den Tokyopop ist ein Verlag der reinweg Mädchenmangas veröffentlicht. 
Die Geschichte ist - wie von einem Oneshot nicht anders zu erwarten - nicht sonderlich komplex. Doch wenn einen dies nicht stört und man sich genug kindliches bewahrt hat um über zu schnelle Entwicklungen und stark von der Realität abweichende Stellen hinweg zu sehen, stößt man auf eine süße, kurzweilige Liebesgeschichte mit Zeichnungen, die vor allem im Bereich Gesicht und Kleidung glänzen. 

Für 15 Jahre alte Mädchen ist es vielleicht etwas. Für mich (25 Jahre alt) jedoch eher nicht.

Samstag, 5. Juli 2014

[Rezension] Echo der Hoffnung von Diana Gabaldon

ISBN 9783641029944
Echo der Hoffnung
   Bd. 7 der Highland Saga
von Diana Gabaldon
eBook

Zusammenfassung
Der Unabhängigkeitskrieg Amerikas ist in vollem Gange. Jamie, welcher sich geschworen hat niemals seinem Sohn William mit angelegter Waffe gegenüber zu stehen, möchte mittels einer Druckerei und dem geschriebenen Wort in diesen Kampf eingreifen. Doch ein weiteres mal zwingt ihn sein Gewissen dort zu sein, wo er nie wieder sein wollte: 
An der Front.

Rezension
Der Anfang - wenn man es denn noch so nennen kann, den eigentlich waren es etwa die ersten 400 Seiten - hat mich etwas genervt. Der Grund dafür ist, dass Jamie und Claire während dieser Zeit stark in den Hintergrund rückten und es dafür so viele andere Charaktere gab, die über das übliche Maß, zum Verständnis und Geschehen der Geschichte, darin vorkamen. Zum Glück hat sich das im späteren Verlauf der Geschichte geändert und auch wenn es weiterhin viele Perspektiven gab, waren doch Jamie und Claire danach wieder im Fokus.


,,Es schmeckt wie das Zeug, das man einem Pferd
aus den Hufen kratzt."
,,Und wann hast du zum letzten Mal einem Pferd
den Huf ausgeleckt?"

Der Schwerpunkt war in diesem Buch ausnahmsweise offensichtlich. Der Krieg um die Unabhängigkeit Amerikas brach aus und alles vorige *Geplänkel* entlud sich in erbarmungsloser Gewalt. Zu meiner großen Freude, hat sich meine Befürchtung, dass Jamie und Claire von einer Druckerei aus rein theoretische Überlegungen diesbezüglich anstellen und das Buch daher sehr politisch basiert und daher - für mich - eher langweilig sein wird, nicht bewahrheitet. Durch widrige Umstände landeten sie an der Front und ihnen blieb nichts anderes übrig, als dort auch zu bleiben.


Der Hund blickte zu ihr auf, seine Augen gelb im
Kerzenschein. Er leckte sich die Lippen und wedelte sacht
mit der Rute. 
,,Was soll ich nur tun?", sagte sie. ,,Du hast es gut, du kannst
ihm den ganzen Tag hinterherjagen und in der 
Nacht sein Bett teilen, und niemand 
verliert ein Wort darüber."

Personen gab es in diesem Buch mehr als genug. Auch wenn ich natürlich verstehe, dass für das realistische beschreiben eines Krieges, ebenso wie für eine komplexe Handlung namen- und vergangenheitslose Charaktere nicht ausreichen, waren es für meinen Geschmack zu viele. Ich muss ehrlich zugeben, dass mir der ständige Perspektivenwechsel, der unnötige Input den manche Charaktere in das Buch einbrachten und gerade die komplexen, von Lord John aufgestellten Vermutungen und Überlegungen gerade am Anfang etwas die Freude an der Geschichte geraubt haben.


Die nächsten Minuten gerieten zur Platten Komödie, weil
ich derart aufgeregt und atemlos in die 
Kapitänskajüte gerauscht kam, dass ich nur noch ,,Ho...
Schiff... ho!" keuchen konnte, wie ein Weihnachtsmann, der den
Verstand verloren hatte.

Der Stilwechsel. Da Brianna und Roger am Ende des letzten Bandes wieder ins 20. Jahrhundert zurückkehrten, wurde wieder von Ereignissen sowohl im 18. als auch im 20. Jahrhundert geschrieben. Doch dies und die schiere Anzahl der Perspektiven war diesmal nicht alles. Normalerweise schrieb die Autorin so, dass alles chronologisch geschah. Selbst zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert wurde so geschrieben, dass, wenn man durch den Steinkreis gehen würde, man dort herauskäme wo sie inhaltlich gerade im anderen Jahrhundert waren. Doch diesmal hinkten manche Perspektiven innerhalb des 18. Jahrhunderts gut ein Jahr hinter dem Rest hinterher. Etwas was mich vermutlich nicht halb so sehr verwirrte wie euch diese Erklärung :-D
(Zum Verständnis ein Beispiel im Spoiler) 


,,Du bist nicht besonders friedvoll, Sassenach", murmelte 
er einen Moment später und atmete Moschus
und neues Leben ein. 
,,Aber ich hab dich gern."

Der Spannungsbogen. Durch die vielen Perspektiven, Vermutungen, zeitlichen Sprünge  und das unnötige Input fällt es schwer den Überblick zu behalten. Da man außerdem bereits nach wenigen Kapiteln wieder zu einer anderen Person wechselt, ist es schwierig in die Geschichte hineinzufinden. Gerade in Bezug auf das Input fand ich das sehr schade, da einzeln alles sehr lesenswert war und nur die blanke Masse es herunter zog.
In der zweiten Hälfte des Buches wird es zwar allmählich besser und zum Schluss sogar richtig spannend, doch dies steigert nur die erbarmungslose Enttäuschung, als das Buch praktisch mittendrin zu Ende ist. Ich habe Verständnis dafür, wenn ein Autor etwas Spannung erhält und / oder dem Leser einen Einblick gewährt, was in einer Fortsetzung geschehen könnte, doch das so viele - geschichtlich wichtige - Punkte offen bleiben ist fast schon eine Frechheit. Gerade wenn man bedenkt, wie lange es dann meistens dauert bis eine Fortsetzung erscheint - 3 Jahre.

Fazit
Hart aber wahr: Ein mittelmäßiges Buch mit einem grauenvollen Ende! 






SPOILER
Zum Thema Personen
- Jamies steifer, rechter Ringfinger muss amputiert werden.
- Jamies Familie erfährt die Wahrheit über Claires Herkunft.
- Ian (Senior) stirbt an Schwindsucht und Jenny macht Claire Vorwürfe, weil sie vermutet, dass sie ihn hätte retten können, dies aber nicht tat.
- Jenny verlässt Lallybroch und zieht nach Amerika.
- Ian (Junior) gesteht Rachel endlich seine Gefühle, nachdem Arch Bug tot und er somit vor dessen Rache sicher ist.

Zum Thema Stilwechsel

Beispielsweise erleben Lord John und William Dinge im Jahr 1776 NACHDEM Jamie und Claire welche im Jahr 1777 erlebten.

Zum Thema Ende

- Claire dachte Jamie sei tot und sieht sich gezwungen zum Schutz von Marsali und ihren Kindern Lord John zu heiraten. Doch Jamie lebt noch. 
- Jemmy wurde, weil er weiß wo Jamie das Gold versteckte, entführt und ist in einem Tunnel eingesperrt in dem ein zeitlicher Übergang ist.
- Roger brach mit William Buccleigh MacKenzie - welcher ebenfalls ein Zeitreisender ist und zurück nach Hause will - ins 18. Jahrhundert auf, in der Hoffnung seinen Sohn zu finden.
- William erfährt das Jamie sein leiblicher Vater ist und läuft wütend weg.

Mittwoch, 25. Juni 2014

[Rezension] Ein Hauch von Schnee und Asche von Diana Gabaldon

ISBN 9783641060015
Ein Hauch von Schnee und Asche -
   Bd. 6 der Highland Saga
von Diana Gabaldon
eBook

Zusammenfassung
Seit Jamie und Claire nach Amerika emigriert waren, hatte sie ihn gewarnt. Irgendwann würde der Tag kommen, an dem er sich offen gegen den König und als Rebell outen muss. Nun, 1772, nehmen die Unruhen von Tag zu Tag zu und der Balanceakt zwischen königstreu und Rebell wird immer komplizierter und gefährlicher. Wann ist der richtige Zeitpunkt für dieses gefährliche Bekenntnis? Während sie diese Frage bei jeder ihrer Entscheidungen begleitet, droht ihnen noch von anderer Seite eine Gefahr. Der Tag X, der 21. Januar 1776, an dem Jamie und Claire angeblich bei einem Brand ums Leben kommen, rückt näher.

Rezension
Der Anfang. Schon in den ersten Kapiteln ist deutlich die Unruhe der Menschen zu spüren. Brände, Brutalität, Überfälle. Bürger die - mit stillschweigender Akzeptanz des Königs - Selbstjustiz üben. Ich finde dies ist eine wirklich gute Einleitung für ein Buch, welches sein Augenmerk sehr darauf liegen hat.
Dasselbe gilt für den Prolog, welcher die Zeit mit Gott vergleicht. Den alles ist in diesem Buch auf eine Sache fokussiert: Die Zeit.


,,Es ist gut, wenn Männer als Brüder essen", sagte Hiram
in seinem stockenden Tsalagi zu Standing Bear.
Zumindest versuchte er es. Und schließlich, so dachte Jamie,
der seine Rippen von der Anstrengung ächzen spürte, 
war der Unterschied zwischen "als Brüder" und
"ihre Brüder" wirklich nicht sehr groß.

Der Schwerpunkt. Wie auch im letzten Band ist auch hier der Titel nicht gleichbedeutend mit dem Schwerpunkt. Schon seit Briannas Ankunft im 18. Jahrhundert erwarten alle Leser wohl mit Spannung den 21. Januar 1776 - den Tag an dem Jamie und Claire angeblich verbrennen. Der Titel passt sehr gut dazu und bezieht sich meiner Meinung nach auch darauf. Dennoch liegt der Schwerpunkt des Buches auf der politischen Situation. Also auf der Zeit vor dem Krieg um die Unabhängigkeit. Mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen die schwer oder garnicht mehr zu bekommen sind, Protesten und gnadenloser Selbstjustiz, sowie chronischer Angst um Leib und Leben nur aufgrund einer politischen Meinung.
Die Autorin schafft es eindrucksvoll anhand sowohl kleiner als auch größerer Ereignisse diese Situation zu vermitteln und vergisst dabei nicht, dass es kein Sachbuch ist. Jamie und Claire werden geschickt eingewoben und kommen nicht zu kurz.


,,Ich bin nicht mehr so mutig, wie ich einmal war, weißt du?",
sagte er leise. ,,Nicht mehr mutig genug, um ohne
dich zu leben." Aber mutig genug um es zu versuchen.

Die Personen , die bereits im 5. Band auftraten, haben sich in diesem nicht sonderlich verändert. (Die Einzige Ausnahme im Spoilerbereich.) Dafür kommen aber ein paar neue Nebencharaktere dazu, welche - ganz nach Art eines guten Krimis - ihre wahre tiefe erst später aufdecken. (Spoiler)


,,Dort bräuchte wenigstens niemand Feuer zu legen; die Hälfte
von uns würde sowieso im Kamin sitzen und fröhlich
in Flammen stehen."

Der Stilwechsel. In diesem Buch ist ausnahmsweise keine größere Veränderung erfolgt. Man begleitet bei seltenen Kapiteln Ian, was vorher - wenn ich mich richtig erinnere - nicht der Fall war. Mehr aber auch nicht. 


,,Wer hängt wen", erkundigte er sich fröhlich.

Der Spannungsbogen. Immer wenn die Geschichte einen Zeitsprung macht, wird am Anfang des Kapitels die neue Zeit angezeigt. Während die Spannung schon allein deswegen steigt, weil sie dem Unabhängigkeitskrieg und dem Datum ihrer Todesanzeige immer näher kommen, geraten Jamie und Claire aber auch in so manche Schwierigkeit, weil sie bei den langsam zugunsten der Rebellen umschwenkenden, politischen Situation versuchen müssen keine der beiden Seiten so zu reizen, dass sie vorzeitig Maßnahmen gegen sie ergreift.
Abgesehen davon gibt es aber auch Ereignisse ohne politischen Hintergrund und auch diese sind teilweise so spannend, das sie in dem Punkt nur vom ersten Band übertroffen werden.


,,Ich glaube, ihm war nicht einmal da klar, warum ich sein
Feld niedergebrannt hatte; womöglich hat er
einfach gedacht, ich hätte plötzlich lust gehabt, seine Gerste
in Brand zu stecken.

Das Ende. Während ich bei Band 4 und Band 5 nicht das Gefühl hatte, dass sie inhaltlich abgeschlossen waren, ist es dafür aber Band 6. Tatsächlich habe ich wegen mehrerer (im Spoilerbereich aufgelisteten) Punkte sogar das Gefühl, das hier Band 4 und 5 gleich mit beendet werden. Und dennoch ist klar, dass dieses Buch fortgesetzt werden kann und wird (bzw. wurde.) 


,,Wenn du eines Tages", sagte Jamie im Konversationston,
,,einer sehr großen Maus namens Michael begegnen 
solltest, bhailach - bestell ihr schöne Grüße von deinem 
Großvater."

Die liebe
Liebe. Claire hat in diesem Buch einiges durchzustehen. Ohne zu jammernden Quatschtanten zu mutieren, gehen sie und Jamie, in dem Buch, sehr offen miteinander um. Reden über ihre Gefühle und Ängste und sind - wie immer - füreinander da.

Fazit
Ein Hauch von Schnee und Asche ist wirklich ein mitreißendes Buch. Die zeitlichen Lücken wurden gut überbrückt, die bewegte Zeit wurde sehr detailliert dargestellt - aber verdrängte die Charaktere nicht und eine gewisse Spannung war kontinuierlich da.







SPOILER
In diesem Buch fragte Jemmy Jamie, wer ihm die Narben auf seinem Rücken zufügte. ,,...Sassunaich", erwiederte Jamie kurz. ,,Englische Soldaten."
Ob die Autorin Jamie wohl absichtlich das Wort hat anders aussprechen lassen, damit die Kinder es nicht mit Claire in Verbindung bringen?

Zum Abschnitt Personen: Arch Bug war der dritte Mann, welcher zusammen mit Jocastas Mann und Bruder das Gold der Franzosen entgegennahm. Er ist hundert prozentig königstreu, stahl Jocastas Gold und seine scheinbar freundschftliche Beziehung zu Jamie beruhte nur auf eiskalter Berechnung. Jamie schickt ihn fort.

Malva, welche in diesem Buch beginnt Claire bei ihren Tätigkeiten als Heilerin zu assistieren, ist von ihrem Bruder schwanger. Sie schäft mit einigen Jungen um den wahren Vater zu verheimlichen und - die Idee ihres Bruders - versucht sogar Jamie das Kind unterzujubeln. Als sie letztlich Claire zuliebe die Wahrheit sagen will, bringt ihr Bruder sie um. 

Zum Abschnitt Stilwechsel: Es wird etwas von Ians Vergangenheit aufgedeckt. Als seine Frau Emily mehrmals Babys verlor, baten ihn die Älteren des Stammes zu gehen. Dem Glauben der Indianer nach, war es seine Schuld, da sein Geist zu schwach war.

Zum Abschnitt Ende: 
- Stephen Bonnet stirbt, nachdem er seit Band 4 ständig Probleme machte.
- Roger und Brianna kehren mit ihren zwei Kindern Jemmy und Amanda in die Gegenwart zurück.
- Jamie schafft es sich politisch zu outen - ohne deshalb gelyncht zu werden. 
- Das Datum ihrer vermeintlichen Todesanzeige kommt endlich und dass entstehen dieser wird im 2. Epilog erklärt. 

Zum Abschnitt Liebe: Das Schlimmste was Claire in diesem Buch erlebt, ist wohl die Vergewaltigung - welche sie natürlich sehr aus der Bahn wirft. Aber auch ein lebensbedrohliches Fieber, eine Entführung, drohende Hängung, das Abbrennen ihres Hauses, falsche Verdächtigungen und der Tod ihrer Gehilfin Malva lassen Claire nicht kalt.